06.07.2026
RHEINTACHO
Durch Product Carbon Footprints mit überschaubarem Aufwand zu einem aussagekräftigeren Corporate Carbon Footprint
Viele Unternehmen stehen vor der gleichen Herausforderung: Bisher genügte oft ein Corporate Carbon Footprint (CCF) mit Fokus auf Scope 1 und 2, um beispielsweise die Anforderungen des VSME-Standards zu erfüllen. Zunehmend werden jedoch auch Product Carbon Footprints (PCFs) von Kunden nachgefragt. Die dafür benötigten Daten zu den Emissionen eingekaufter Materialien ermöglichen nicht nur die Berechnung produktspezifischer Emissionen, sondern verbessern zugleich die Aussagekraft des CCF. Zusätzlich liefern die PCFs oft wertvolle Erkenntnisse für eine emissionsärmere Materialauswahl.
Auch RHEINTACHO stand vor der Anforderung eines seiner größten Kunden, einen PCF für ein Handmessgerät zu erstellen.
„Bereits 2018 haben wir uns für KlimAktiv als Partner für die Berechnung unseres Corporate Carbon Footprints entschieden, da das Angebot optimal auf die Anforderungen kleiner und mittelständischer Unternehmen wie RHEINTACHO zugeschnitten ist. Auch bei der für uns neuen Berechnung des Product Carbon Footprints konnten wir auf die kompetente und engagierte Unterstützung von KlimAktiv zählen. Die Zusammenarbeit war äußerst wertvoll – wir haben dabei erneut viel dazugelernt.“, beschreibt Andreas Gombert, Chief Operations Officer bei RHEINTACHO, das Projekt.
Screening-PCF als effizienter Ansatz zur Produktbilanzierung
Mit Hilfe der Screening-PCF-Methode ermittelten wir die PCFs für ein Handmessgerät und für einen Sensor in zwei unterschiedlichen Gehäusevarianten.
Grundlage hierfür war ein bereits vorhandener Corporate Carbon Footprint von RHEINTACHO, der von KlimAktiv gemäß GHG Protocol geprüft und verifiziert worden war. Ergänzt durch unsere langjährige Erfahrung bei der Beschaffung und Auswertung relevanter Daten konnten wir die Cradle-to-Gate Emissionsfaktoren für die unterschiedlichen Materialien der Produkte effizient ermitteln.
Die eingesetzte Screening-PCF-Methode erfüllt die wesentlichsten Grundlagen der ISO 14067 und kann zur Ermittlung von Hot Spots genutzt werden, ohne jedoch den Aufwand eines vollständig zertifizierbaren Footprints zu erzeugen. Die ermittelten Emissionsfaktoren der einzelnen Materialien können so im CO2-Rechner zur Berechnung des Scope 3.1. (eingekaufte Produkte und Dienstleistungen) des CCF genutzt werden. Der Prozess kann durch die Nutzung von Synergien effizient zur Erfüllung der Anforderungen sowohl für CCFs als auch für PCFs eingesetzt werden.
Großes Gewicht, kleiner Footprint
Der bilanzierte Sensor besteht unter anderem aus Kunststoffen, Metallen und einem Magneten. Er wird in zwei verschiedenen Gehäusevarianten hergestellt. Das eine Gehäuse besteht aus einem technischen Kunststoff, das andere aus einer speziellen Messinglegierung. Bemerkenswert dabei ist, dass das Messinggehäuse viermal so schwer wie das Kunststoffgehäuse ist, jedoch nur einen halb so großen PCF aufweist. Das Beispiel zeigt, dass das Gewicht allein keine Rückschlüsse auf die Klimawirkung zulässt.
Kleines Bauteil, großer Footprint
Ein wesentliches Funktionsbauteil der Produkte sind die verwendeten Magnete aus Seltenerdmetallen. Auf dem Gebiet der PCF-Ermittlung von Rohstoffen und Magneten wurden in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Es liegen heute zahlreiche Studien – auch mit länderspezifischen Werten – vor. KlimAktiv setzte sein detailliertes und methodisches Know-how zur Auswertung und Interpretation dieser Studien ein. Diese Auswertung bezieht sich vor allem auf die Auswirkungen der Allokations- oder Zuordnungsmethodik der Emissionen für Produktionsprozesse, bei denen viele Produkte mit unterschiedlichen ökonomischen Werten und Mengen gewonnen werden. Auf Basis dieses methodischen Wissens ist KlimAktiv in der Lage Zirkularitäts- bzw. Recyclingkonzepte bewerten. [JS2]
Eine zentrale Erkenntnis des Projektes: Einzelne Komponenten können großen Einfluss auf den PCF haben. Der Magnet mit weniger als 2% Gewichtsanteil verursachte in einem der betrachteten Produkte fast 50%, im anderen 30% der gesamten produktspezifischen Emissionen.
Fazit
Das Projekt mit RHEINTACHO zeigt, wie Unternehmen mit überschaubarem Aufwand Transparenz über produktbezogene Emissionen gewinnen können. Mit den gewonnenen Daten kann RHEINTACHO Kundenanforderungen erfüllen, einen aussagekräftigeren CCF erstellen und die Erkenntnisse als fundierte Grundlage für emissionsärmere Produkt- und Materialentscheidungen nutzen.
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Über das Unternehmen: Die RHEINTACHO Messtechnik GmbH beschäftigt sich seit 1901 mit der Drehzahl als entscheidender Steuergröße für maschinelle Prozesse. Produziert werden Drehzahlsensoren, Handtachometer, Stroboskope, Drehzahlgeber, Anzeiger und Schaltgeräte. Am Hauptsitz in Freiburg sind über 100 Mitarbeitende beschäftigt, die in eigenen Entwicklungs-, Produktions- und Montageabteilungen tätig sind, um schnelle und kundenspezifische Lösungen zu gewährleisten. |
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